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Die Stadt hinter dem Strom

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zum Stück:

Im Mittelpunkt des Werks steht der Orientalist Dr. Robert Lindhoff, der in höherem Auftrag eine fremde Stadt bereist. Er selbst steht den Rätseln dieser Stadt zunächst unwissend gegenüber, er registriert fremde Lebensformen und merkwürdige Riten, trifft Menschen, die er für längst gestorben hielt. Seine Aufgabe ist es, als Chronist die Gebräuche der Stadt aufzuschreiben und dem Schicksal der Bewohner nachzugehen.

Damit ist er hilflos überfordert. Roberts Ohnmacht und seine Passivität gegenüber einer allgegenwärtigen, allesbeobachtenden Zentralinstanz, das lähmende Entsetzen als er in der Umarmung mit Anna, seiner früheren Geliebten, das Geheimnis der Schattenwelt entdeckt, machen ihn zu einem theatralen „Antihelden“. Er selbst steht im Mittelpunkt des Geschehens und ist doch zugleich Gefangener dieser verwirrenden Eindrücke.

Hermann Kasack zeichnet dies in seinem Roman auf komische, skurrile Weise, aber auch mit bitterem Zynismus, mit tiefer Ernsthaftigkeit und mit Liebe zu den einzelnen Personen und deren Schicksal.

Der Roman von Hermann Kasack erschien 1947 und gehört zu den bekanntesten und meist diskutierten Werken der deutschen Nachkriegsliteratur. Das Werk entstand in zwei Abschnitten: 1942 – 44 der erste Teil und 1946 – 1947 der zweite Teil. Hermann Kasack wurde dabei von seiner eigenen Schreckenvision eingeholt:

„Ich sah die Flächen einer gespenstischen Ruinenstadt, die sich ins unendliche verlor und in der sich die Menschen wie Scharen von gefangenen Puppen bewegten… Da begann ich das Buch von der Stadt hinter dem Strom zu schreiben, ohne zu wissen, wohin es mich führen würde.“

Daten

nach einer Romanvorlage von Hermann Kasack

Credits

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